Die Zirbenzimmer in Kuchl

Kürzlich bin ich „dem Ruf des Waldes“ gefolgt: Nachdem mich zu Weihnachten letztes Jahr schon das „Zirbenfieber“ erwischt hat und alle meine Lieben ein Geschenk aus Zirbenholz bekommen haben, war es nun an der Zeit, mehr über diesen besonderen Baum in Erfahrung zu bringen. Und so habe ich die beiden Gastbetriebe in unserer Holzgemeinde Kuchl besucht, die sich ebenfalls der Faszination der Zirbe nicht entziehen konnten… ?

Auf dem Weg ins Paradies…

Hinterkellaubauer Kuchl Gastgeber
Hinterkellaubauer Kuchl Gastgeber

Zum einen stand nun also ein Besuch in der Hinterkellau bei Familie Lienbacher an, auf welchen ich mich schon sehr gefreut habe. Denn hier erreichen „Urlaub“ und „Erholung“ eine ganz neue Dimension. Allein der Weg zu dem etwas abgelegenen Bauernhof lässt einen so richtig in Urlaubsstimmung kommen: Vorbei an grünen Wiesen und grasenden Kühen entlang eines munter plätschernden Baches führt der Weg in Richtung Wald. Ich habe einen tollen Sommertag erwischt und bin mit offenem Autofenster gefahren, sodass ich sogar den Klang der Kuhglocken hören konnte – einfach paradiesisch. Eine kurze Anhöhe hinauf und an der nächsten Weggabelung rechts und man ist bald am Hof angelangt.

Die „Sparkasse“ der Bauern

Hier angekommen, begrüßt einen natürlich die Bäuerin persönlich und zeigt einem das Quartier. Alle Zimmer und ein im Frühjahr 2016 eingerichtetes Apartment sind mit Zirbenmöbeln ausgestattet. Und das erkennst du auf den ersten Atemzug, denn die ätherischen Öle im Zirbenholz verbreiten einen wohltuenden Geruch im ganzen Raum. Das ist auch einer der Gründe, warum man sich in der Hinterkellau für Möbel aus Zirbe entschieden hat.

Außerdem, so erzählt Gusti Lienbacher mir, habe die Zirbe für sie etwas Mystisches an sich. Kommt sie in eines der Gästezimmer, habe sie das Bild eines „Urwaldes“ riesiger, Jahrhunderte alter Zirbenbäume mit Hunderten dicken Ästen im Kopf. Und genau diese Wälder gelten noch heute als „Sparkasse“ der Bauern. Denn in Notfällen lässt sich mit dem besonderen Holz schnell der ein oder andere Euro dazu verdienen…

Der einzigartige Zirbendurft

Zirbenbaum
Zirbenbaum

Auch Parfümeure haben die Zirbe für sich entdeckt. Der harzige Geruch des Holzes hält nämlich über mehrere Jahrhunderte an. Duftexperten nehmen an, dass die Zellstruktur der Zirbe diesen eigenen Duft schützt. Dieser ändere sich mit der Zeit. Altes Zirbenholz rieche wärmer, voller und blumig bis vanilig. Aber das können sicher nur ganz empfindliche Spürnasen wahrnehmen, ich für meinen Teil rieche eine Mischung aus Harz und Kräutern. Schwer zu beschreiben – Zirbe halt. 🙂

Den Zirbenduft kann man in der Hinterkellau in insgesamt vier verschiedenen Zimmern genießen. Eines davon ist sehr beliebt als Familienzimmer für vier Personen mit zwei durch eine Tür verbundenen Schlafräumen. Und auch die Großfamilie findet in der Ferienwohnung für bis zu sechs Personen Platz.

„Dornröschenschlaf“ garantiert

Die ätherischen Öle des Holzes sind seine Besonderheit. Nicht nur, was den Duft angeht. Sie haben eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit. Das hast du vielleicht schon mal gehört, aber was genau bedeutet das denn nun? Ich habe mich mal schlau gemacht. Das Holz der Zirbe soll das allgemeine Wohlbefinden erhöhen und die Wetterfühligkeit verringern. Außerdem soll die Herzfrequenz um bis zu 3.500 Herzschläge pro Tag verringert werden. Das entspricht in etwa einer Stunde Arbeit fürs Herz am Tag! Außerdem enthält Zirbenholz Pinosylvon, eine Substanz, die nachweislich eine toxische Wirkung gegen schädliche Organismen wie Pilze oder Bakterien hat.

Und auch wenn die Wirkung der Zirbe wissenschaftlich umstritten ist, kann die Gastgeberin nur bestätigen, dass ihre Gäste fasziniert sind von ihren Zirbenzimmern. Ein ruhigerer und erholsamer Schlaf sorgt im Urlaub für zusätzliche Entspannung. Dass viele Menschen diese Ansicht teilen, zeigt sich am aktuellen Trend zu Zirbenmöbeln und –accessoires. Neben den Möbeln gibt es in jedem Zimmer noch ein kuscheliges Zirbenkissen. Wenn du dir gern ein Andenken aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen möchtest, kannst du – neben zahlreichen anderen Schnapssorten – selbstgemachten Zirbenschnaps bei der Bäuerin kaufen.

Zirbenholz prägt die Atmosphäre im Raum

Angesetzter Zirbenschnaps
Angesetzter Zirbenschnaps

Apropos Zirbenschnaps… Den gibt es auch bei meinem Besuch beim Jadorferwirt. Hier ist man sehr bedacht auf Tradition, Natürlichkeit und regionale Produkte. All dies findet man nicht nur auf den Zirbenzimmern, sondern auch in liebevollen Deko-Details im ganzen Haus wieder. So ist zum Beispiel der Toilettengang ein absolutes Highlight. Schon beim Öffnen der Tür kommt einem der Duft der Zirbe entgegen. Familie Ramsauer hat nämlich bei der Renovierung ihres Hauses vor wenigen Jahren einen Architekten beauftragt, der alles feinsäuberlich geplant und innovative Ideen eingebracht hat. So wird die Decke der Toiletten von Zirbenholz geschmückt. Umgesetzt hat die Ideen des Architekten übrigens die Kuchler Tischlerei SeidlJohanna Ramsauer erzählt mir, dass begeisterte Gäste sich tatsächlich ihre eigenen Möbel für zu Hause bei der Tischlerei machen lassen haben.

Wohlfühloase Zirbe

Familie Ramsauer Jadorferwirt
Familie Ramsauer Jadorferwirt

Aber warum nicht in allen Zimmern Nussholz verwenden, wie es im Großteil der Zimmer bei Familie Ramsauer der Fall ist? Weil es den Gastgebern ganz wichtig ist, dass auch die etwas kleineren Doppelzimmer (vier an der Zahl) Flair und Wohlfühlcharakter haben – und da passt das besondere Zirbenholz perfekt. Man merkt jedenfalls im ganzen Gasthof, dass das Thema „Holz“ und „Baum“ beim Jadorferwirt einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Da kann ich gar nicht anders, als mich vor dem Abschied noch unter die große Linde im Gastgarten zu setzen und frische Eierschwammerl (ich sage der Gewohnheit halber immer noch Pfifferlinge ?) mit Semmelknödel zu schlemmen. Als Schattenspender ist mir die große Linde vorm Haus in diesem Fall doch lieber als die Zirbe…


Zirbenbäume wachsen außerdem auf Grund ihrer Genügsamkeit erst ab 1.000 m Höhe. Sie bilden in den Zentralalpen oft die Waldgrenze. Ihre Verbreitung geschieht größtenteils ohne menschliche „Einmischung“. Denn der Tannenhäher oder auch „Zirbengratsche“ genannt, versteckt für den Winter viel mehr Samen, als er überhaupt essen kann. Und so können aus den versteckten Zirbennüssen kleine Bäumchen sprießen. Diese werden dann wieder viele Jahre wachsen, bis sich ein mächtiger Baum empor hebt.

Wenn du Lust bekommen hast, die beeindruckenden Bäume nicht nur zu Möbeln verarbeitet, sondern auch in freier Natur zu bewundern, solltest du bei deinem nächsten Besuch in Kärnten auf jeden Fall einen Abstecher zur Nockalmstraße machen. Hier entlang hebt sich ein ehrwürdiger Baum neben dem anderen zig Meter in den Himmel. Etwas näher ist allerdings die Zirbentischlerei in unserer Nachbargemeinde St. Koloman. Hier gibt es jede Menge tolle Sachen zur Faszination Zirbe!

Hier geht`s zu den Zirbenzimmern in Kuchl:

Jana
Hallo, mein Name ist Jana – ich komme quasi aus dem „hohen Norden“, fühle mich aber nach mehreren Jahren in meiner Wahlheimat Österreich schon richtig „dahoam“.  In den schönen Tennengau hat es mich durch mein Studium an der FH Salzburg verschlagen und ich bin froh – vom ersten Moment an begeistert von der landschaftlichen Idylle – mit der Region auch nach meinem Abschluss durch die Tätigkeit beim Tourismusverband Kuchl verbunden zu bleiben. In meiner Freizeit zieht es mich in die Natur, die ich auf dem Rücken meines Pflegepferdes in vollen Zügen genieße. Außerdem ist mein Element das Wasser, weswegen mich die wundervollen Seen und Badeplätze in und um Kuchl besonders beeindrucken.

Ich sehe Kuchl und den Tennengau als „Zuagroaste“ sicher aus einer etwas anderen Perspektive und freue mich darauf, diese mit euch über diesen Blog teilen zu können!

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