Gastbeitrag von Julia Seiwald über Heimatabende im Tennengau

Warst Du schon einmal auf einem sogenannten Heimatabend? Nicht? Ich schon und daher möchte ich nun meine Erlebnisse mit Euch teilen.

Unter dem Motto „Plattl’t und gspüt“ lud der Tourismusverband Golling gemeinsam mit der Gollinger Böhmischen und dem Trachtenverein D‘ Roabenstoana am 3. August auf die Burg Golling ein. An diesem Abend war auch ich mitten im Geschehen und ob Watschenplattler oder Rainermarsch – an dem rundum gelungenen Abend wurde alles geboten, was mein heimatverbundenes Herz begehrt. Doch nicht nur ich, sondern auch einheimisches und internationales Publikum war von den Brauchtumsgruppen begeistert.

Plattl’t und gspüt in Golling
Pfiff Hons

Durch das vorbereitete Programm von den Vereinen führte mit viel Leidenschaft und Schmäh der allbekannte Pfiff Hons und nach einer kurzen Begrüßung ging es schon los. Nachdem die Gollinger Böhmische mit ihrem Obmann Anton Wieser uns ein paar Stücke gespielt hatte, kamen auch schon die Schuhplattler auf die Bühne.

Watschenplattler, Lawinentanz & Co.

Die „Rabenstoana“ zeigten sich wieder mal von ihrer besten Seite und so wurde „plattlt“ und „tonzt“ was das Zeug hielt. Begleitet wurden sie dabei wie immer von ihrem treuen Ziehharmonikaspieler Sebastian. Ich war begeistert!

Mein persönliches kleines Highlight war an dem Abend der Lawinenwalzer, ein traditioneller Publikumstanz. Das Publikum und natürlich auch ich durfte mein Können unter Beweis stellen. Nicht zu vergessen ist der Watschenplattler, den jeder in seinem Leben einmal gesehen haben muss. Ich hatte sehr viel Spaß und war von den beiden Tänzen sehr beeindruckt. Aus diesem Grund möchte ich Euch unbedingt mehr darüber erzählen.

Der Lawinenwalzer ist ein weit verbreitetes Tanzspiel, bei dem ein Tanzpaar auf die Tanzfläche tritt und die Musikanten einen Walzer zu spielen beginnen. Wenn die Musik plötzlich abbricht, suchen sich beide Tänzer neue Partner, sodass nun zwei Paare Walzer tanzen. Sobald die Musik erneut aufhört, holen sich diese vier jeweils neue Tanzpartner. Das Tanzspiel wird solange fortgesetzt, bis die Tanzfläche gefüllt ist. Jetzt kommt der Hut ins Spiel. Während die Musik spielt wird der Hut von Tanzpaar zu Tanzpaar schnell weitergereicht. Wenn die Musik abbricht, scheidet das Paar mit dem Hut aus. Das geht so lange weiter, bis es ein Gewinnerpaar gibt.

Leider waren mein Tanzpartner und ich zu langsam und somit nicht die Gewinner, aber wie sagt man so schön „Dabei sein ist alles“ und einen neuen Tanzschritt konnte ich auch lernen.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Watschenplattler. Das ist ein sehr alter und traditioneller Tanz im Tennengau. Seine Entstehungsgeschichte geht weit zurück, erzählte der Moderator Pfiff Hons, denn früher, als die Knechte am Sonntag Feierabend hatten, und es noch keinen Fernseher und noch kein Handy gab, kam so mancher auf dumme Ideen. Die Knechte erfanden zur Unterhaltung einen Tanz, bei dem sie sich gegenseitig eine „Watschn“ geben mussten. So entstand der Watschenplattler.

Doch mach Dir keine Sorgen, heutzutage wird der Tanz ohne „Watschn“ aufgeführt.

Besonderheiten aus dem Tennengau

Plattl’t und gspüt in Golling
Trachtenverein D`Rabenstoana

Auch die Tracht der weiblichen Mitglieder des Trachtenvereins D‘ Rabenstoana hat mich sehr beeindruckt. So erfuhr ich, dass ihre Tracht etwas Besonderes und Traditionelles ist.

Bei den Dirndln besteht die Tennengauer Festtagstracht aus einem schwarzen Baumwollrock, einem schwarzem Leib mit dunkelrotem Latz und schwarzer Kordel. Dazu eine weiße Bluse mit Puffärmeln, um den Hals ein schwarzes „Flörl“, eine blaue Baumwoll-Schürze und weiße Stutzen, sowie schwarze Haferlschuhe. Früher galt die Tracht bei den Vereinen als eine Art Demonstration von Rang, Stand und Schönheit. Heute dient die Tracht mehr zur Präsentation der alten Traditionen.

Doch mehr möchte ich Euch von dem Abend nicht mehr verraten. Ich hoffe ich konnte Eure Neugierde erwecken und freue mich schon auf das nächste Mal, wenn‘s wieder heißt „Plattl’t & gspüt“ und dann solltest Du auf jeden Fall auch vorbeischauen!

Julia Seiwald
Julia Seiwald

Über die GastAutorin Julia: Mein Name ist Julia Seiwald und ich komme aus dem schönen Golling. Da ich derzeit noch Schülerin bin und in den Sommerferien immer nach interessanten Ferienjobs suche, freut es mich sehr heuer im Tourismusverband Golling arbeiten zu dürfen. Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch und kenne die Umgebung in und rund um Golling sehr gut. Außerdem gehe ich gerne Wandern, Radfahren und auch Schwimmen. Es freut mich wirklich sehr, einen kurzen Blogeintrag über die traditionellen Veranstaltungen auf der Burg Golling geschrieben haben zu dürfen.

Hier geht`s zur Burg Golling:

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