Wisst ihr, was es in Kuchl mit dem Kerzenlicht auf sich hat?

Passend zum ersten Schnee und der gemütlichen Stimmung, die in der Vorweihnachtszeit herrscht, möchte ich von der besonderen Beudeutung des Kerzenlicht in Kuchl berichten. Hierbei möchte ich euch zum Kerzerlabend einladen und euch vom Kuchler Kerzenwunder erzählen. Denn was gibt es zu dieser Jahreszeit Schöneres, als bei wohligem Kerzenschein eine Tasse Tee oder Glühwein zu trinken? Oder dick eingemummelt einen Spaziergang durch die beleuchteten Straßen zu machen…

Kerzerlabend hat Tradition

Eine schöne Möglichkeit, in Weihnachtsstimmung zu kommen und schon die ersten Geschenke zu besorgen, um euch den Stress kurz vor Heiligabend zu ersparen, bieten euch die Kuchler Geschäfte am Markt mit dem Kerzerlabend. Dieser findet kommenden Freitag, 18.11.2016, ab 18.00 Uhr statt. Es handelt sich dabei um einen langen Einkaufsabend, der bei uns schon Tradition hat. Denn dieses Jahr findet er zum 15. Mal statt. Das an dem Abend entzündete Kerzenlicht hat in Kuchl aber auch eine geschichtliche Bedeutung: nämlich als Teil der Vita sancti Severini. Nie davon gehört? Na dann werde ich euch in den nächsten Zeilen gern etwas Geschichtliches aus unserem Ort näherbringen.

Was ist die Vita sancti Severini?
Die Vita sancti Severini – übersetzt „das Leben des Heiligen Severin“ – ist eine antike Schrift, eine Art Biographie, die vom Leben des Heiligen Severin erzählt. Sie wurde im Jahr 511 verfasst und gibt uns heute Aufschluss zur politischen Situation und religiösen Bewegungen der damaligen Zeit. Das Schriftstück lässt in Verbindung mit archäologischen Funden annehmen, dass sich zu jener Zeit auf dem Georgenberg eine Befestigung befunden hat und dass die Kirche, von der in der Vita die Rede ist, tatsächlich die sich noch heute auf dem Georgenberg befindliche Georgskirche ist.

Kuchl zur Zeit der Römer

Wir befinden uns also in einer Zeit, in der die Umgebung um Kuchl als Cucullis bekannt war und zu der das Römische Reich von seinen Feinden bedroht und geplündert wurde. Wie viele ihrer Zeitgenossen glaubten die Bewohner Cucullis‘, dass Ihnen in der Gegenwart des Heiligen Severin, der in der Bevölkerung großes Ansehen genoss, nichts Schlimmes widerfahren könne.

Wer war der Heilige Severin?

Der Heilige Severin wird als „Mann und Knecht des Herrn“ beschrieben. Er war ein Missionar und Klostergründer, aber auch Diplomat und Politiker, der militärische und administrative Aufgaben ausführte. Zu seinem Wirkungsbereich gehörten u. a. Klosterneubug, Mautern und Tulln, wobei er zwischenzeitlich in die Region um Iuvaum, heute Salzburg, zog und dort predigte.

Daher baten sie ihn, ihre Heimat zu besuchen. Als Severin der Bitte nachkam, erfuhr er bald von heidnischen Opfergaben, die einige Einwohner in Cucullis praktizierten. Um diesen Frevel an der christlichen Gemeinschaft zu beenden, ordnete der Heilige Severin ein dreitägiges Fasten an und hielt im Anschluss einen Gottesdienst. Zu diesem sollte jeder Bürger eine Kerze mit- und an der Kirchenwand anbringen. Nun rief Severin Gott an, nur die Kerzen jener zu entzünden, die aufrichtig an ihn glaubten und so diejenigen zu entlarven, die heidnischen Bräuchen nachgingen. Wie von Geisterhand entzündeten sich die meisten Kerzen, die der Ungläubigen blieben jedoch aus.

Das Kerzenlicht als Zeichen Gottes

Beeindruckt von der Macht Gottes beichteten jene, dessen Kerzen nicht brannten, all ihre Sünden. Es wird überliefert, dass sie von diesem Tage an sogar treuere Diener Gottes waren als diejenigen, die schon vorher christlichen Glaubens waren.

Hört sich doch geradezu magisch an, findet ihr nicht? Nicht weniger magisch ist die Atmosphäre am Kerzerlabend. Wenn auch nicht religiöser Natur, lohnt sich ein Besuch der Marktstraße auf jeden Fall, denn viele tolle Angebote warten auf euch!

Heute prägt Kerzenlicht die Atmosphäre der Marktstraße

Bei schönem Wetter erstrahlt der Garten der Eng’l OG im flackernden Kerzenlicht. Die neuesten Dekotrends sind natürlich auch schon eingetroffen. Besonders gefallen mir ja die einzigartigen Kerzen, die mit Holzelementen versehen sind. Hier ist für jeden Anlass ein Modell dabei – sei es Taufe, Hochzeit oder auch die eher neutral gestalteten Lichter für Weihnachten oder Geburtstage.

Bei Salfner Tisch&Trend bekommt ihr an diesem Abend einen Gutschein für den nächsten Einkauf und das Leichtsinn sorgt für euer leibliches Wohl. Hier könnt ihr euch nach einem erfolgreichen Einkaufsbummel in der Lounge aufwärmen oder auch an der frischen Luft an der Bar ein leckeres Getränk schlürfen.

Kerzentauchen für Kinder

Unsere Kleinen kommen natürlich auch nicht zu kurz: Ein abwechslungsreiches Kinderprogramm bietet Farben Rettenbacher an. Bei vorweihnachtlichem Basten und Kerzentauchen kommt sicherlich keine Langeweile auf!

Aber schaut einfach selbst vorbei und lasst euch in unseren Fachgeschäften persönlich beraten. Denn Einkaufen vor der Kulisse des hohen Göll kann euch kein großes Einkaufszentrum bieten. : ) Bis 21.00 Uhr könnt ihr in aller Ruhe die Läden durchstöbern!

Weitere Geschichten aus Kuchl…

Und wenn ihr durch die Erzählung vom Kerzenwunder Lust auf mehr Geschichtliches bekommen habt, dann schaut vorbei und erfahrt auf der Kuchler Zeitreise mehr zu den historischen Begebenheiten rund um unseren Ort. Dieser seichte Spaziergang durch die schöne Kuchler Landschaft, hat auch bei winterlichen Temperaturen seinen ganz eigenen Charme. Aber mehr dazu in meinem nächsten Beitrag… Solltet ihr neugierig geworden sein, bekommt ihr alle wichtigen Infos natürlich bei uns im Tourismusbüro Kuchl. : )

Wohin führt euch die Kuchler Zeitreise?
Die Kuchler Zeitreise ist ein neu gestalteter Rundweg auf den Georgenberg über den Markt zum Bürgerausee. An neun interaktiven Infostationen erfahren Geschichtsbegeisterete und solche, die es noch werden wollen, spannende und kuriose Infos aus der langen Geschichte des Ortes – von der Steinzeit bis heute.

Hier geht’s zum Kerzerlabend in Kuchl:

Jana
Hallo, mein Name ist Jana – ich komme quasi aus dem „hohen Norden“, fühle mich aber nach mehreren Jahren in meiner Wahlheimat Österreich schon richtig „dahoam“.  In den schönen Tennengau hat es mich durch mein Studium an der FH Salzburg verschlagen und ich bin froh – vom ersten Moment an begeistert von der landschaftlichen Idylle – mit der Region auch nach meinem Abschluss durch die Tätigkeit beim Tourismusverband Kuchl verbunden zu bleiben. In meiner Freizeit zieht es mich in die Natur, die ich auf dem Rücken meines Pflegepferdes in vollen Zügen genieße. Außerdem ist mein Element das Wasser, weswegen mich die wundervollen Seen und Badeplätze in und um Kuchl besonders beeindrucken.

Ich sehe Kuchl und den Tennengau als „Zuagroaste“ sicher aus einer etwas anderen Perspektive und freue mich darauf, diese mit euch über diesen Blog teilen zu können!

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