Taugler Tradition hoch zu Ross

Kolomaniritt St. Koloman
Pferdegeschirr

Nun wo die heißen Sommertage vorbei sind beginnt so langsam der Herbst bei uns im Tennengau. Für mich ist das die schönste Jahreszeit. Gerne wandere ich auf die Berge bei uns und besuche die zahlreichen Bauernherbstfeste im ganzen Land Salzburg. Aber in diesem Jahr freue ich mich besonders auf den traditionellen Kolomaniritt mit Festgottesdienst, Pferdesegnung, Schnalzervorführungen und  Kranzlstechen am Sonntag, den 20. September 2015 bei uns in St. Koloman. Eine schöne Tradition die man gesehen haben muss!

Ihr müsst wissen, der Kolomaniritt findet nur alle 5 Jahre im Anschluss an das Erntedankfest statt. Und ist somit nicht nur für mich ein ganz besonderes Erlebnis im Salzburger Brauchtumskalender. Die Reiter, hoch zu Ross, mit den wunderschönen einheitlichen Pferdegeschirren – das ist ein Anblick wo jeder ins Staunen kommt. 2010 war ich natürlich auch schon dabei und kann Euch so zum Vorgeschmack ein paar Bilder präsentieren.

„Peitschen heil“

… so lautet der Schnalzergruß im Tennengau und so wird auch beim Fest einige Male die Peitsche zu hören sein – auch am Rücken der Pferde!

Die Reit- und Schnalzergruppe St. Koloman hat vor allem auch viele junge Mitglieder, welche sehr stolz und motiviert die „Peitsche“ schwingen. Und wenn dann noch der Takt passt dann kann man die Freude an diesem Brauchtum richtig sehen bzw. hören.

Was heißt Kranzlstechen?

Vor 55 Jahren wurde der Kolomaniritt (Oktober 1960) das erste Mal durchgeführt. Durch das anschließende Kranzlstechen wurde dieser Ritt über unsere Gemeinde hinaus bekannt und so kommen bei diesem Fest rund 100 Pferde mit ihren Reitern zusammen. Doch was bedeutet dieses Kranzlstechen überhaupt? Ein Reiter muss im Galopp einen Weidenstock, den an den Galgen aufgehängten Kranz „herunterstechen“. Bekannt ist dieser Brauch z.B. aus alten mittelalterlichen Ritterspielen und auch als Hochzeitsbrauch.

Beim Kranzlstechen werden die Pferde in Kategorien eingeteilt. Ponys, Kleinpferde, Noriker, Haflinger und Warmblutpferde. Zuerst gibt es einen Probedurchgang, danach beginnt das offizielle Kranzlstechen. Auf einer Länge von ca. 100 Meter wird die Zeit mit Hilfe eines Lichtschrankens gemessen. Der Reiter welcher am schnellsten ist hat gewonnen. Es gibt einen Tagessieger, einen Ortsmeister von St. Koloman und in den einzelnen Kategorien gibt es für die besten 5 Reiter einen schönen Preis. Ebenso erhält jeder Teilnehmer am Kranzlstechen eine Stalltafel zur Erinnerung an den Kolomaniritt.

Mitmachen kann jeder Reiter, welcher zuvor auch am Umzug teilgenommen hat. Anmeldungen dazu erfolgen am Morgen der Veranstaltung direkt vor Ort.

Plattenstechen & Bierzeltstimmung

Kolomaniritt St. Koloman
Kolomaniritt St. Koloman

Gefeiert wird danach im Festzelt der Reit- und Schnalzergruppe, wo sie gemeinsam mit der Brauchtumsgruppe St. Koloman unter anderem in der Reiterbar für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Neben dem traditionellen „Bierzelthendl“ gibt es auch noch das Fiakergulasch, welches bei den Reitern natürlich sehr gut ankommt. Danach gibt es eine riesengroße Auswahl an selbstgemachten Kuchen am Kuchenbuffet.

Am Nachmittag findet das bei Groß und Klein beliebte Plattenstechen statt. Dabei wird ein Hufeisen auf einen gekennzeichneten Kreis geworfen, wer am nahsten am Kreis ist, hat gewonnen.eyJpbWFnZSI6IktpbmRlcnVuZGp1Z2VuZHRyZWZmZW4yMDE0bGFja25lcjIyMy5qcGcifQ==

*Der Buchnerbauer auf dem das Festzelt steht, die Pferdesegnung und das Kranzlstechen stattfinden, liegt von Bad Vigaun kommend, nach dem Recyclinghof kurz vor der Ortseinfahrt St. Koloman. Hier gibt es auch genügend Parkmöglichkeit für die Besucher dieses Festes.

Ich war schon öfter beim Kolomaniritt dabei und ich werde mir diese Veranstaltung heuer wieder gemeinsam mit meiner Familie ansehen. So ein Fest, welches nur alle 5 Jahre stattfindet, will ich einfach miterleben. Besonders schön ist der Kolomaniritt an einem sonnigen Herbsttag, wo die Geschirre der Pferde so richtig im Sonnenlicht glänzen – alleine dieser Anblick mit den Schnalzern hoch zu Ross ist es Wert, diesen traditionellen Kolomaniritt zu besuchen. Und natürlich ist es schön zu sehen, wie die Reiter mit Begeisterung beim Kranzlstechen dabei sind.

Und noch ein kleiner Tipp von mir. Packt die Wanderschuhe ein und besucht die vielen Ausflugsziele bei uns wie den Trattberg, die Bergalm oder den Seewaldsee. Bei Eurem Kolomaniritt-Besuch lässt sich ein kleiner Ausflug in die Bergwelt schön verbinden. Ich bin jedenfalls wieder dabei, lass mich im Festzelt verwöhnen und bin schon ganz gespannt wer in diesem Jahr das Kranzlstechen gewinnen wird!

Hier geht`s nach St. Koloman:

Heidi
Ich heiße Heidi Wallinger und wohne in St. Koloman. Beruflich arbeite ich im Tourismusverband St. Koloman. Meine Freizeit verbringe ich gerne in der Natur am liebsten auf unseren Bergen der Osterhorngruppe sowie im Gebiet des Seewaldsees.

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