Annaberg-Lungötz: bei HeuART steht ein ganzer Ort bei den Vorbereitungen Kopf!

HeuART 2016 geht dieses Wochenende in die bereits 16. Runde. Was 2001 mit ein paar Heufiguren begonnen hat, kehrt heuer wieder zum ersten Austragungsort zurück – zum 5. Mal in Annaberg – Lungötz! Kurz dazu erklärt: das Lammertaler HeuART-Fest wird mittlerweile in 5 verschiedenen Orten im Lammertal abwechselnd ausgetragen und wenn unser Ort dran ist, findet es einmal in Annaberg und das nächste Mal in Lungötz statt.

In diesem Jahr habe ich HeuART quasi vor der Haustür! Apropos: Dann werde ich mich einmal umschauen, was sich im ganzen Ort Annaberg-Lungötz so hinter den Türen abspielt. Ich nehme´Euch auf meinem Rundgang gerne mit!

HEUreka: Die spinnen, die Römer!

HeuART-Fest 2016 in Annaberg-Lungötz
Hans Hirscher mit Heu-Obelix

So die häufig benutzte Redewendung von Obelix, dem „dicksten“ Freund von Asterix, der übermenschliche Kräfte besitzt seitdem er als kleiner Säugling in den Zaubertrank gefallen ist. Bei der Feuerwehr Annaberg wird nicht gesponnen sondern gebastelt und die sprichwörtliche Tür ein ist großes Garagentor – und das muss auch so sein. Denn ihre Figur ist richtig groß! Dabei hat alles winzig begonnen: „Unser Kommandant hat mir diese kleine Figur in die Hand gedrückt und hat gemeint, dass dies nun das Modell für die Heufigur sein soll„, lacht Hans Hirscher, der für das Grundgestell verantwortlich ist, „Milimeter für Milimeter hab ich genau vermessen und hab den Obelix 25 mal so groß vorbereitet.“


Rosarot und erst in den Grundelementen erkennbar, wird nun von den Kameraden der Feuerwehr und ihren fleißigen Frauen am Outfit für den Comic-Helden getüftelt: „Wir wollen nur mit Heu basteln. Es ist gar nicht so einfach, die Streifen seiner Hose so hinzubekommen, dass es auch wirklich erkennbar ist.“ Die Heukünstler haben ganze Arbeit geleistet – Heu ist nicht gleich Heu. Mit viel Gespür haben sie die verschiedenen Farben des Naturwerkstoffes so verwendet, dass man die feinen Unterschiede auf der Kleidung merkt. Alle Achtung!

HeuART einmal ungeHEUerlich!

Weiter geht es zur nächsten Scheune – was mich da erwartet, lässt mich mal kurz erschauern: Eine überdimensionale Spinne hängt in ihrem Netz! Der Tourismusverband Annaberg-Lungötz ist Sponsor dieser Figur, Heukünstlerin Anita Höll bastelt schon eifrig mit den fleißigen Vermietern: „Das soll ein Netzwerk darstellen“, erklärt Martha Dullnig vom Tourismusbüro, „das gesamte Lammertal ist touristisch miteinander verwoben. Allein das Wanderwegenetz, dass nun auch durch den Wanderbus miteinander verknüpft ist, zeigt, wie wichtig Netzwerk ist.“ Nun gut, das leuchtet mir ein. Auch ein Filmteam aus Bayern ist interessiert an dieser außergewöhnlichen Heufigur und filmt die fleißigen Bastler.

Die Trachtenfrauen sind auch schon fleißig

Sehr schön … aber ich muss gleich wieder weiter. Weiter geht es zu den nächsten Trachtenfrauen in Annaberg. Das ausgesuchte Thema, hat einen sehr starken Bezug zum Ort: „Die Wallfahrt zum Filzmooser Kindl findet jeden 1. Sonntag im Oktober und bei jedem Wetter statt„, berichtet Anni Rettenbacher.Laut mündlicher Überlieferung gingen die Annaberger und Lungötzer schon im 19. Jahrhundert zum Filzmooser Kindl, um ihre Anliegen und ihren Dank für erhörte Gebete darzubringen.“ An der Wallfahrt nehmen im Durchschnitt um die hundert Personen teil. Im Jahr 2006 gab es einen Rekord mit über 200 Teilnehmern.

Wunderbar fein ausgeführt ist das gesamte prächtige Kleid des Filzmooser Kindls: „Wir waren extra in Filzmoos und haben es genau abgemessen„, erklärt Anni, „auch das Festkleid  und der Strahlenkranz für die Figur wurde von uns original nachgestaltet.“

Mit Schirm, Charme aber keiner Melone!

HeuART-Fest 2016 in Annaberg-Lungötz
Trachtenfrauen Lungötz im Heu

Im nächsten Tenn höre ich Lachen – ich bin hier bei den Trachtenfrauen Lungötz, die hier schon viel Spaß miteinander haben: „Das muss so sein“, bestätigt Obfrau Regina Schwarzenbacher. „Wir arbeiten fleißig an der Heufigur, einem Schirm, der zur Tracht gehört, allerdings muss immer Zeit sein für eine Gaudi zwischendurch.“ Nur ein Problem beschäftigt sie: „Meine Damen haben mir verboten, immer nach dem Heubinden so viel aufzutischen. Schließlich müssen wir alle am HeuART-Sonntag noch in unser Garniergwand passen„, meint sie mit einem Augenzwinkern. Momentan sind sie aber noch sehr sportlich, alle erklimmen einen Heuhaufen, „stürzen“ fast ab dabei, halten sich am sprichwörtlichen Halm fest – und wir haben ein wirklich schönes Foto für Euch!

Dieser Hut steht allen gut!

Die Kinder sind voll Eifer beim Basteln: „I pick den Hableng auf den Huat!“ Was das bedeuten soll? Wir sind hier bei den Jungmusikern der Trachtenmusikkapelle Lungötz. Neben der eigentlichen Figur, dem Musifanten, bastelt der Nachwuchs unter Anleitung und Hilfe von Heukünstlerin Anita Höll und Musikerinnen an Hüten für die gesamte Musikkapelle! Hableng, also die Heublumen, werden sorgfältig auf jeden Hut aufgebracht, der noch mit einer kecken Blume aus Heu verschönert wird. Eine wirklich nette Idee und die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache!

Kommt vorbei und seht Euch alle Heufiguren beim Festumzug an!

Warum der Musifant so erschreckt schaut? Das witzige Geheimnis dahinter, weitere wundervolle Figuren, geschmückte Pferdewagen und Oldtimertraktoren, Schmankerl aus der GenussRegion Tennengau und echtes Handwerk sowie vieles weitere mehr, erlebt Ihr beim Lammertaler HeuART-Fest in Annaberg-Lungötz am 4. September! Viel Spaß und gute UnterHEUtung!

Weitere Informationen zum Programm findet ihr auch im HeuART-Magazin!

Hier geht`s zum Lammertaler HeuART-Fest 2016:

Sylvia
Aufgewachsen im Salzburger Land, hat es mich in meiner Jugend vorerst in die weite Welt gezogen. Nach Aufenthalten in London, Rom und der Türkei zog es mich wieder in die Heimat zurück. Ich denke, gerade den Erfahrungen und Erlebnissen aus dieser Zeit, verdanke ich nun den Blick für die wundervollen Plätze, Traditionen und Eigenheiten, die es auch daheim gibt und über die ich gerne im Blog berichte.
Der Spruch „dort wohnen, wo andere Urlaub machen“, trifft voll auf mich zu. Wann immer es geht, zieht es mich in die Natur. Dabei muss es für mich keine hochalpine Tour sein, eine gemütliche Wanderung auf eine der vielen bewirtschafteten Almen in unserer Region genügt oft aus, um den Blick weit schweifen zu lassen, um dann wieder zu mir selber zurück zu finden.
Im Winter teile ich die Leidenschaft Skifahren mit dem aktuell besten Skifahrer der Welt, wenn ich auch nicht so professionell über die Pisten der Skiregion Dachstein-West düse, wie er. Marcel Hirscher aus Annaberg hat es geschafft, fünfmal in Folge den Gesamtweltcupsieg zu erringen und ich bin stolz auf den wohl berühmtesten Sohn des Ortes.

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