In Kuchl ist man gern „auf dem Holzweg“

Das insgesamt sechste – für mich erste – Geniale Kuchler Holzfest rückt immer näher. Am 01. und 02. Oktober hat das Warten ein Ende und ganz Kuchl ist wieder auf dem Holzweg! Nur alle drei Jahre findet dieses Familienfest mit großartigem Rahmenprogramm statt – also nichts wie hin!

Die letzten Tage hat also auch mich die Begeisterung für diese einmalige Veranstaltung gepackt. Daher habe ich mich mit der „Gründungsmutter“ der Holzgemeinde Kuchl, dem veranstaltenden Verein des Holzfests, auf einen leckeren Kaffee gemütlich zusammengesetzt und ein wenig geplaudert. Alles zur Entstehungsgeschichte, über die Vorbereitungen und den diesjährigen Ablauf lest ihr hier quasi aus erster Hand, denn Carmen Kiefer war vom ersten Holzfest im Jahr 2003 an dabei und ist noch heute als Kassier der Holzgemeinde Kuchl federführend in der Organisation.

"Gründungsmutter" der Holzgemeinde Dr. Carmen Kiefer
„Gründungsmutter“ der Holzgemeinde, Dr. Carmen Kiefer

Zuallererst danke, dass du dir Zeit genommen hast. Lang ist’s ja nicht mehr hin bis zum großen Wochenende und die letzten Vorbereitungen laufen sicher auf Hochtouren…

CARMEN: Jetzt geht es sozusagen in die heiße Phase. Vor etwa einem Jahr haben wir mit den Planungen begonnen. Da geht es erst einmal darum, Ideen zu sammeln und Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen. In dieser Zeit arbeiten Gerhard Pfeiffenberger von der c.i. Werbeagentur und ich eng zusammen. Wenn das Grundgerüst steht, geht es daran, alle Mitwirkenden ins Boot zu holen, um ein solches Fest auf die Beine stellen zu können.

Du sprichst damit die Größe der Veranstaltung an?

CARMEN: Genau. Beim letzten Holzfest konnten wir mehr als 30.000 Besucher verzeichnen. Der Zulauf war enorm und ist natürlich eine tolle Bestätigung, dass sich der ganze Aufwand lohnt. Immerhin braucht es an dem Wochenende etwa 600 helfende Hände, damit alles glatt läuft…

Wie ist die Idee entstanden, eine Veranstaltung einer solchen Größenordnung im beschaulichen Kuchl zu machen?

CARMEN: (lacht) Wir haben ja mal klein angefangen. Die ursprüngliche Idee hinter dem Konzept war es, den Rohstoff Holz so zu präsentieren, dass sich nicht nur ein bestimmtes Fachpublikum angesprochen fühlt, sondern dass es für jedermann ein greif- und erlebbares Thema wird.

Die Idee einer Holzgemeinde schwirrte schon lange im Kopf des Vaters unseres jetzigen Obmanns herum. Herbert Wimmer Senior hat sich so vor einigen Jahrzehnten schon die Rechte an der Domain www.holzgemeinde.at gesichert. Das mag uns heute nicht weiter verwundern, damals war das jedoch nicht üblich. Diese Vision ist über die Jahre gereift und wurde 2008 mit einem Leader Projekt durch den Verein Holzgemeinde in die Tat umgesetzt. Bei der Anzahl an Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben sowie Ausbildungsstätten zum Thema Holz, die Kuchl vorzuweisen hat, war die Entwicklung hin zur „Holzgemeinde“ nur eine logische Konsequenz. Die Holzgemeinde bildet seitdem eine ständig wachsende Plattform für Betriebe jeglicher Art.

Die Intention zum Holzfest war ursprünglich – und ist es auch heute noch – den sprichwörtlichen Holzweg positiv zu besetzen. Dieser nicht nur imaginäre Weg stellte beim ersten Holzfest die Verbindung zwischen Markt und Holztechnikum dar. Ein Weg, den die Menschen wirklich beschreiten konnten und der sinnbildlich die Verbundenheit des Ortes mit dem Holzhandwerk und den Holzausbildungsstätten in all seinen Facetten widerspiegeln sollte.

Und weil euch die Strecke vom Markt zum Holztechnikum noch nicht lang genug war, habt ihr dann 2013 den längsten Holzhandwerksweg Österreichs inszeniert?

CARMEN: Das wäre wohl die ideale Vorgehensweise gewesen. Aber nein… Der längste Holzhandwerksweg Österreichs ist aus einer Not heraus entstanden. (lacht) Da muss ich jetzt etwas weiter ausholen…

Das Holzfest ist ja ein „wanderndes“ Fest, findet also nicht zwei Mal hintereinander am selben Ort statt. Jedes Jahr wird es auf das Gelände eines anderen holzverarbeitenden Betriebs oder auf unseren Holzausbildungscampus verlagert. Als Attribut an den Bauernherbst wird es zusätzlich mit einem Festzelt der Bauernschaft kombiniert. 2013 war dieses als Hoffest bei einem Bauern konzipiert. Nun haben wir uns die Köpfe darüber zerbrochen, wie das Fest ablaufen soll, weil die Firma und der Hof so weit auseinander lagen. Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und den 700m langen Holzweg installiert.

Das nenne ich mal eine lösungsorientierte Denkweise…

CARMEN: Ja, die haben wir von Anfang an beherzigen müssen. Sonst wäre das Holzfest sicher nicht das, was es heute ist. Wenn ich so an die allererste Veranstaltung überhaupt im Jahr 2003 zurück denke – da hatten wir als Highlight Ballonfahrten über Kuchl geplant. Der Wind hat uns aber leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da dieser an dem Tag sehr stark ging, konnte der Ballon nicht wie geplant starten und war so im Endeffekt mehr am Boden als in der Luft. (lacht)

Du hast gerade das Ballonfahren als Highlight angesprochen. Was erwartet die Besucher denn dieses Jahr?

CARMEN: Wir versuchen, das Programm immer so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten und die örtlichen Vereine einzubeziehen. Dieses Jahr gibt es am Samstagabend zum Beispiel ein Bauerntheater, das von der Landjugend Kuchl aufgeführt wird – darauf bin ich schon sehr gespannt.

Aber auch sonst sollte unseren Besuchern nicht langweilig werden: Es gibt neben einem Handwerksweg, dem entlang urtümliche – man muss fast sagen – „Künste“ präsentiert werden, denn so kostbar sind die fast ausgestorbenen Handwerke schon, wieder zahlreiche Attraktionen für Kinder.

So können unsere kleinen Gäste zum Beispiel ihre eigenen Steine mitbringen und diese gemeinsam mit einer Kunsthandwerkerin umfilzen. Außerdem darf bei einem Holzfest natürlich das Handwerken und Spielen mit Holz nicht fehlen. Zum Austoben wird es wieder eine Heuhüpfburg geben, die schon letztes Mal allen Kindern viel Spaß bereitet hat.

Ganz besonders freut uns weiterhin, dass wir die Lumberjack Arena powered by Stihl zu uns nach Kuchl holen konnten. Diese verspricht jede Menge Action. Und natürlich darf als Bauernherbst-Veranstaltung auch unser Holz- und Hoffest nicht fehlen.

Für alle, die wie ich nicht wussten, was ein Lumberjack Arena ist: hier erwartet Euch Großartiges! Bei den einstündigen Vorführungen zeigen Euch Sportholzfäller, wie man so richtig Holz bearbeiten kann. Action und spannende Showvorführungen garantiert! Es wird entastet, gesägt, durchgehackt, Baum gestiegen und vieles, vieles mehr. Lasst Euch überraschen, ich bin auch schon ganz schön gespannt darauf!

Das hört sich an, als gäbe es an den zwei Tagen viel zu entdecken!

CARMEN: Allerdings!

Auf zum genialen Kuchler Holzfest!

Na jetzt ist mir einiges klar und ich freue mich noch mehr auf dieses geniale Event! Schon toll, was dort alles geboten wird. Besonders die Kinder werden große Augen machen und nicht mehr heimgehen wollen. Nicht zu vergessen, die tollen Bauernherbst-Schmankerl beim Hoffest. Da werde ich wieder zuschlagen und besonders noch einiges über das Thema Holz bei uns in Kuchl lernen. Da das Holzfest bei jedem Wetter stattfindet, streicht auch ihr euch die beiden Tage am besten sofort im Kalender an! : )

TIPP: Im Holzfest-Magazin findet ihr weitere interessante Hintergrundinformationen sowohl zum Fest als auch zum Thema Holz sowie detaillierte Beschreibungen zu Ausstellern und Handwerkern!

Den „All Event“ 2-Tageseintritt gibt es im Vorverkauf für € 12,– im Büro des Tourismusverbands Kuchl, bei der Raiffeisenkasse Kuchl und bei Wimmer Holz.

Hier geht`s zum genialen Kuchler Holzfest 2016:

Jana
Hallo, mein Name ist Jana – ich komme quasi aus dem „hohen Norden“, fühle mich aber nach mehreren Jahren in meiner Wahlheimat Österreich schon richtig „dahoam“.  In den schönen Tennengau hat es mich durch mein Studium an der FH Salzburg verschlagen und ich bin froh – vom ersten Moment an begeistert von der landschaftlichen Idylle – mit der Region auch nach meinem Abschluss durch die Tätigkeit beim Tourismusverband Kuchl verbunden zu bleiben. In meiner Freizeit zieht es mich in die Natur, die ich auf dem Rücken meines Pflegepferdes in vollen Zügen genieße. Außerdem ist mein Element das Wasser, weswegen mich die wundervollen Seen und Badeplätze in und um Kuchl besonders beeindrucken.

Ich sehe Kuchl und den Tennengau als „Zuagroaste“ sicher aus einer etwas anderen Perspektive und freue mich darauf, diese mit euch über diesen Blog teilen zu können!

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