Wild auf Ente und Gans in Annaberg-Lungötz

„Wild und Wildgerichte bieten momentan viele in der Region an. Wir gehen einen Schritt weiter und setzen auch Ente und Gans auf die Karte!“ Maria Haigermoser, die junge, engagierte Wirtin vom Gasthof Schichlreit in Annaberg-Lungötz ist mit ihrem Team immer für gute Ideen zu haben – und setzt diese mit ganz viel Liebe und Können um. Jetzt im Herbst steht Kräftiges und Deftiges auf der Karte, aber stets mit einer eigenen, feinen Note – ein purer Genuss, den auch ich mir nicht entgehen lasse!

„Wild-Fleisch ist mein Gemüse“?

Ein Blick in die Speisekarte macht die Wahl zur Qual: Ganslsuppe mit Käseknöderl oder doch Carpaccio vom Hirsch als Vorspeise? Das Fleisch wird regional oder von einheimischen Jägern gekauft. Und danach: „Ich könnte euch das Entenfilet Saltimbocca empfehlen“, meint Maria Haigermoser, „die Ente ist mit Prosciutto und Salbeiblättern umwickelt, mit einem würzigen Kürbisrisotto.“ Klingt herrlich, aber auch das Festtagsgansl lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen: „Das Gansl wird mit unserer Spezialwürze eingerieben und über Nacht bei 80° C im Ofen langsam und saftig gegart. Am nächsten Tag wird noch knusprig fertig gebraten.“ Mhm, köstlich!

Maria hat auch ein Herz für Vegetarier wie mich: Meist steht ohnehin schon etwas Fleischloses auf der Karte. Ist das nicht der Fall, lässt sich Maria immer wieder etwas Gutes einfallen, mit dem sie mich überrascht. Es ist nicht nur ein „großer Beilagenteller“, nein, meist muss ich mein Essen vor den gierigen Gabeln der Fleischesser schützen, weil die auch mal kosten wollen! Nachspeise muss natürlich sein, ich schwanke zwischen Topfenknöderl und Maronimousse.

Von der Jausenstation zum Gasthof

Das Essen war herrlich, Zeit mit der Wirtin ein wenig zu plaudern. Der Gasthof Schichlreit liegt ja nicht gerade irgendwo zentral. Nein, im hinteren Neubachtal in Lungötz ist er zu finden. Warum Maria gerade hier auf diesem Platz einen Betrieb aufgemacht hat? „Das Schichlreit als Jausenstation hat es lange gegeben. Ich habe es als Kind geliebt, meiner Oma beim Kochen zu zusehen“, erklärt Maria, „es hat mir gut gefallen, dass sie dort in der Küche gearbeitet hat, in der sich auch die Urlaubsgäste, wie Jäger und Wanderer, aufgehalten haben.“

Maria selber erlernt aber erst einmal das Handwerk der Floristin, bevor sie sich entschließt, doch als Köchin zu arbeiten. Als sie vor ein paar Jahren das Schichlreit erbt, wollte sie es eigentlich in der Tradition ihrer Großmutter weiterführen – klein, mit einer Küche, in der sich auch direkt die Gaststätte befindet, aber: „All die Gerätschaften, die eine moderne, funktionierende Küche ausmachen, kosten einfach zu viel, um nur eine kleine Bewirtung anzubieten. Da haben mein Mann Hans und ich uns zum Bau eines doch etwas größeren Betriebes entschlossen.“ Hell und einladend wirkt der Gastraum, in dem auch besonders kleinere Feiern, wie Taufen, Geburtstage oder Klassentreffen wunderbar passen.

Viele Wege zum Genuss

Das ist mittlerweile gut vier Jahre her und Maria hat einen weiteren Raum dazugebaut. An die 70 Gäste können nun gesamt bewirtet werden. Der Gasthof Schichlreit ist von einem Geheimtipp in Annaberg-Lungötz zu einem beliebten Ort mit gutem Essen in gemütlicher Wohlfühlatmosphäre mit einem Bekanntheitsgrad bis über das Lammertal hinaus geworden. Aber auch die Umgebung ist faszinierend: Die beeindruckende Bischofsmütze, der wohl markanteste Gipfel des  Gosaukamms, zeigt den Besuchern den Weg von Lungötz bis hinein in das Neubachtal zum Schichlreit. Auch die Langlaufloipe führt direkt am Gasthof vorbei, viele Gäste nutzen eine romantische Pferdekutschen– oder -schlittenfahrt, um in das idyllische Tal zu gelangen. Im Sommer weiden Lämmer und Pferde in Sichtweite zum Spielplatz rund um das Haus.

Warum kommen die Gäste so gerne in den Gasthof Schichlreit? „Natürlich wegen dem guten Essen“, meint Maria schmunzelnd. Ja, schon klar :). Aber was vor allem die Gäste schätzen, ist die Zeit, die Maria für jeden reserviert: Eine nette Begrüßung, die Wirtin kümmert sich persönlich um das Wohl. Und nach dem Essen plaudert Maria gerne mit ihren Gästen, gibt Tipps für Ausflüge oder verrät, woher ihr fesches Dirndlkleid stammt (da müsst ihr selber nachfragen). Genau das ist es, was mich am Gasthof Schichlreit so fasziniert – die gemütliche Atmosphäre wird von der Wirtin gelebt!

Was Gutes von Früh bis Spät

Noch bis 1. November könnt Ihr Wild-, Gans- und Entenspezialitäten im Gasthof Schichlreit täglich (außer 24. und 25.10.) genießen, danach gibt es bis 14. Dezember jeweils von Freitag bis Sonntag Wirtshausklassiker – mit Backhendl oder Bauernlammbratl vom eigenen Lamm. Das Fleisch der Fleischkrapfen stammt vom Bärhof in Annaberg, wo Marias Papa Rinder züchtet, das Fleisch wird selbst geselcht. Lasst es Euch schmecken!

Frühstück im Gasthof Schichlreit lässt keine Wünsche offen
Frühstück: Köstlich und reichhaltig

Übrigens: Was Ihr unbedingt einmal probieren solltet, ist ein köstliches Schichlreit-Frühstück. Es spielt alle Stückerl, vom röstfrischen Cappuccino über regionale Säfte und Schmankerl bis zu hausgemachten Aufstrichen! Frühstück (zum Preis von 12 €) gibt es an jedem Tag von Mittwoch bis Sonntag nach Voranmeldung.

Hoffentlich seid Ihr jetzt auch schon „gans wild“ auf die Köstlichkeiten der Region, die momentan überall im Tennengau auf die Teller kommen. Lasst Euch überraschen von der Vielfältigkeit und Leichtigkeit, wie bei uns im Lammertal und darüber hinaus heimische Produkte, passend zur Jahreszeit, verarbeitet werden. Ich bin mir sicher, Ihr findet Euer Lieblings-Wild-Schmankerl. Lasst es uns doch wissen, wo und was Ihr gerne aufgekocht bekommt!

Hier geht`s zum Gasthof Schichlreit in Annaberg-Lungötz:

Sylvia
Aufgewachsen im Salzburger Land, hat es mich in meiner Jugend vorerst in die weite Welt gezogen. Nach Aufenthalten in London, Rom und der Türkei zog es mich wieder in die Heimat zurück. Ich denke, gerade den Erfahrungen und Erlebnissen aus dieser Zeit, verdanke ich nun den Blick für die wundervollen Plätze, Traditionen und Eigenheiten, die es auch daheim gibt und über die ich gerne im Blog berichte.
Der Spruch „dort wohnen, wo andere Urlaub machen“, trifft voll auf mich zu. Wann immer es geht, zieht es mich in die Natur. Dabei muss es für mich keine hochalpine Tour sein, eine gemütliche Wanderung auf eine der vielen bewirtschafteten Almen in unserer Region genügt oft aus, um den Blick weit schweifen zu lassen, um dann wieder zu mir selber zurück zu finden.
Im Winter teile ich die Leidenschaft Skifahren mit dem aktuell besten Skifahrer der Welt, wenn ich auch nicht so professionell über die Pisten der Skiregion Dachstein-West düse, wie er. Marcel Hirscher aus Annaberg hat es geschafft, fünfmal in Folge den Gesamtweltcupsieg zu erringen und ich bin stolz auf den wohl berühmtesten Sohn des Ortes.

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